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Ostern macht das Dunkel hell

Biebertaler Kinder gestalten das österliche Helldunkel mit Kratzpapier

„Traue nicht Deinen Augen

Traue Deinen Ohren nicht

Du siehst Dunkel

Vielleicht ist es Licht.“

(Bert Brecht)

 

Es kommt immer anders, als man denkt. Ostern 2021 hatten wir uns auch ganz erdacht: Keine Masken mehr über lachenden Mündern. Kein Desinfektionsmittelduft. Keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Keine Absperrband auf Spielflächen. Keine einschränkenden Besuchsverbote bei Oma und Opa. Einfach fröhlich und frei sein.

Offenbar lohnt es sich, die persönliche wie gesellschaftliche Situation nicht gleich eindeutig einzuordnen. In schwarz und weiß. In „so wird es“ und „so wird es nicht“. Offenbar lohnt es sich, das Leben zuzulassen.  

Gewiss: ein schwarzes Stück Papier ist auch nicht gerade das, was Kindern dieses Jahr noch zum Osterglück gerade noch gefehlt hat. Ich ahne, wie enttäuscht manches Kind unserer ev. Kitas in Biebertal oder unserer Drittklässler in Rodheim und Fellingshausen darüber gewesen sein muss, als es unsere Osterpost geöffnet hatte.

Das Dunkle, das Schwarze der Nacht – es macht Menschen eher Angst, steht es doch eher für Kälte, Ungewissheit und Tod. Nur Licht vermag es, schon Säuglinge anzuziehen. Wir verbinden mit ja auch Erkenntnis, Schutz und Leben. Der Umgang mit der Finsternis wie mit dem Licht gehört also zur Ur-Erfahrung des Menschen. Eine Ur-Erfahrung, die auch die Menschen in der Ostergeschichte machen.

Dass nicht alles vorbei ist, auch wenn alles ganz dunkel ist, ganz anders ist, als man denkt und es sich gewünscht hätte – das feiern wir nämlich zu Ostern. Denn auch in den Freunden von Jesus ist alles ganz dunkel, wenn sie ihren Freund durch den Tod verlieren. Und dennoch werden sie, Gott sei Dank, vom Leben überrascht, das alles Dunkel in ihnen wieder in Helles verwandelt. Die Freunde Jesu machen allmählich die Erfahrung, dass die dunklen Stellen in ihrem Leben wieder bunt werden können.

Und so scheint auch durch das schwarze Papier, durch das Traurige und Dunkle plötzlich bunte Regenbogenfarbe hindurch – bei den Kindern, die im Dunkel auch Licht und Fröhliches erahnen können. Jene haben nämlich mit einem Holzstäbchen Formen der Geborgenheit, Liebe und Hoffnung in das Schwarze hineingekratzt: Häuser, Herzen, Eier, Blumen, Hasen und Schmetterlinge.

Von der Raupenverwandlung hin zum Schmetterling und diesen Helldunkel-Gefühlen, die uns Gott an Ostern schenkt, war auch in der Osterpost zu lesen.

Eine Botschaft, die mit den Kunstwerken dann manchmal auch an solche verschenkt wurden, die derzeit eher wenig Hoffnung haben.

 Mit unserer kleinen Museumsgalerie wünschen wir auch Ihnen eine österliche Zuversicht für alles, was uns persönlich wie weltweit noch bevorsteht.

„Du siehst Dunkel – vielleicht ist es Licht.“   

Lass Dich überraschen …

Christin Neugeborn


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